Was vom Barcamp übrig blieb

Das WelcomeCamp Berlin ist zwar schon über drei Monate her, aber unser Wunsch und unsere Hoffnung, dass der Spirit und die Idee der nachhaltigen Vernetzung und langfristigen Flüchtlingshilfe trägt, hat sich mehr als erfüllt. Noch immer sind wir in Kontakt mit vielen Projekten und Initiativen und besonders froh, dass mit dem WelcomeMeetup eine regelmäßige Veranstaltung entstanden ist, die Newcomer, Helfer und Kommunikationsprofi zusammenbringt.

In der Zwischenzeit haben wir die Dokumentation des Barcamps beinahe abgeschlossen und werden die gehaltenenen Sessions hier im Blog für euch zusammenfassen. Darüber hinaus freuen wir uns, dass neben dem direkten und positiven Feedback zu unserer Veranstaltung knapp ein Drittel der Teilnehmer an unserer Umfrage teilgenommen hat. Wir wollen daraus nicht nur für uns lernen, sondern nutzen die Ergebnisse als Grundlage, ob und wie eine mögliche Folgeveranstaltung im nächsten Jahr aussehen kann.

Wenn wir auf die Ergebnisse blicken, haben wir eigentlich gar keine Wahl …

Vorab ein paar Punkte zur Gestaltung der Umfrage. Wir haben die Fragen in die Blöcke Voraussetzung, Zielgruppen, Durchführung, Sessions und Ausblick eingeteilt und je nach Fragestellung sowohl offene als auch geschlossene Antworten zugelassen. So ist Dank des Feedbacks von aktiven und passiven Sessionholdern ein aussagekräftiges Gesamtbild entstanden.

Voraussetzung

Es war ein sehr soziales Event, in mehrfacher Hinsicht. Circa wei Drittel der Teilnehmer haben über Social Media oder die persönliche Ansprache von Freunden vom WelcomeCamp erfahren. Vernetzung und Information war für jeweils 66% der ausschlaggebende Grund, am Camp teilzunehmen. Über 40% erhofften sich so, selbst aktiv werden zu können und sich einzubringen. Der Werbeeffekt für die eigene Initiative inkl. der Helfergewinnung spielte mit knapp 20% eine eher untergeordnete Rolle.

Für die Hälfte der Teilnehmer erfüllten sich die Erwartungen voll und ganz, nur 15% hätten sich wohl mehr erwartet. Der Rest äußerte sich neutral, was wir ebenfalls als Lob interpretieren.

Teilnehmer

Initiativen, potenzielle Helfer und Kommunikationsprofis (Entwickler, Designer, Marketer) waren jeweils zu einem Drittel vertreten. Natürlich hatten wir uns gewünscht, auch Geflüchtete und Newcomer begrüßen und in die Sessions integrieren zu dürfen. Doch die Kurzfristigkeit der Planung, die Sprachbarriere und das Ende des Ramadan erschwerten die Erfüllung dieses Wunsches deutlich. Wenn es eine Fortsetzung geben sollte, wird dieser Punkt eine noch wichtigere Rolle in der Vorbereitung spielen müssen.

Fast alle Befragten waren der Meinung, dass dieses Barcamp sehr gut für Initiativen und gut für ehrenamtliche Helfer geeignet war. Für Kommunikatoren äußerten sich die Teilnehmer unentschieden mit positiver Tendenz. Nur ein Drittel fand, dass das Konzept den Erwartungen von Geflüchteten entsprach. Auch hier ist der ausschlaggebende Grunde wohl die sprachliche Ausrichtung vor und während des Events. Wir haben verstanden!

Durchführung

Bestnoten gab es für uns als Team für Gesamtorganisation, Ticketing, Einlass, Location, Verpflegung und Kommunikation. Mehr als die Hälfte der Befragten äußerte sich positiv zur Netzabdeckung durch das WLAN. Das Rahmenprogramm mit Warmup im Vorfeld, Kinderbetreuung während des Camps und unsere Filmvorführung am Abend müssen besser in das gesamtkonzept integriert und entsprechend kommuniziert werden.

Einige Teilnehmer regten zudem mehr Pausen und weniger Parallelveranstaltungen an, der enge Zeitplan und über 20 Sessions ließen zu wenig Zeit für direkten Austausch und Vernetzung.

Sessions

Laut Umfrage nahmen knapp 70% der Teilnehmer an drei oder mehr Sessions teil. Die Qualität der Sessions wurde positiv wahrgenommen. Ebenfalls 70% (in diesem Fall der Sessionholder) bewerteten die logistischen und technichen Voraussetzungen als gut oder sehr gut, wobei sich der überwiegende Teil erst spontan entschieden haben, eine Session zu halten. Schön, dass ihr euch so wohl gefühlt habt.

Die mit Abstand beliebtesten Sessions waren sowohl vor Ort als auch im Rahmen der Umfrage Ablauf eines Asylverfahren, Crowdfunding mit Startnext und Icoons for Refugees. Gefehlt haben den Teilnehmern der Austausch mit Geflüchteten, die Einbindung von staatlichen Stellen sowie Infos und Workshops für Helfer.

Ausblick

Der absolute Großteil der Befragten hat sich für eine Folgeveranstaltung ausgesprochen (80% knapp 70% würden auch Teilnahmegebühren bezahlen).

Eine Entscheidung über das wie und wann eines zweiten WelcomeCamps werden wir im Team und mit unseren Partnern und Sponsoren treffen. Vielen Dank für euren Zuspruch und das motivierende Feedback.

Ihr seid das Camp!