Dokumentation der Barcamp-Sessions um 11.00 Uhr

Zugegeben, in dieser Konstellation war es unser erstes Barcamp und wir waren auch ein wenig stolz auf uns, tatsächlich alle Sessions dank der vielen fleißigen Helfer und unserer Fotografen Dominik und Andi in Wort und Bild festgehalten zu haben. Und so liegt seit Juli die Dokumentation der einzelnen Sessions in Stichpunkten, Stenographien und sehr vielen verschiedenen Stilen in unserem Google Drive.

Heute machen wir endlich den Anfang und präsentieren die ersten fünf von über 20 Sessions auf dem Barcamp. Es geht um helfende Bilder, vermisste Kinder, wichtige Schnittstellen, freiwillige Helfer und Bildung. Der rote Faden ist hier, wie auch schon auf dem WelcomeCamp, die notwendige, aber offensichtlich und glücklicherweise auch mögliche Vernetzung zwischen allen Parteien.

Besonders freut uns natürlich, dass die vorstelligen Projekte noch immer aktiv sind und bereits ein paar Ideen, die auf dem Barcamp entstanden sind, umgesetzt haben.

Session: Icoon for Refugees

Gosia Warrink

 

Was ist Icoon for Refugees?

  • ein ‚free picture dictionary‘ (als Bildersprachbuch und Android App) speziell für Geflüchtete und Initiativen
    • über Crowdfunding finanziert
    • mittlerweile über 65.000 Bücher veröffentlicht bzw. verschickt
    • es exisitieren inzwischen mehr als 3.000 Symbole im icoon-Universum

Darum ging es in der Session:

In der Session ging es speziell um die Ansprache von Kindern an Schulen und Kindergärten sowie in Notunterkünften, bei Ärzten oder Apothekern. Die gesammelten Ideen reichten von Postern bishin zu Spielen (Memory, StadtLandFluss etc.). Zumindest das Poster wurde mittlerweile umgesetzt und nennt sich Icoon for Kids. Ebenfalls in der Session entstanden ist die Idee, wichtige Dokumente, Flyer, Poster auch als Download auf der Seite anzubieten.

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Session: #missingkidsEU

Daniel Kroll, Lars Bruhns

 

Was ist #missingkidsEU?

  • eine Plattform, um den gesicherten Aufenthalt vermisster unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge festzustellen und die Zusammenführung von Familien zu erleichtern.
    • Organisationen sowie staatliche und nichtstaatliche Stellen können einen Zugang zur Datenbank erhalten, um so selbständig eine Meldung aufzugeben
    • Träger ist die Initiative Vermisste Kinder (gegründet 1997)
    • wird unterstützt von der Agentur fischerAppelt

Darum ging es in der Session:

Ein wichtiges Thema war zunächst die besondere Situation von vermissten Kindern im Allgemeinen und dem besonderen Zeitdruck für Angehörige und staatliche Stellen. Für vermisste Kinder aus Flüchtlingsfamilien in einem fremden Land stellt sich die Lage sogar noch problematischer dar (Sprache, orientierung etc.). Eine Herausforderung besteht jeweils in der fehlenden Öffentlichkeit für suchende Familienangehörige und in der Zurückhaltung größerer Organisationen. Es engagieren sich eher Privatpersonen.

#missingkidsEU ist mit kleineren und größeren Organisationen, wie dem weißen Ring im Gespräch, dass die Plattform tatsächlich übergreifend genutzt wird und sich Vermisstenmeldungen unbegleiteter, geflüchteter Kinder und Jugendlicher möglichst weit verbreiten.

 

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Session: Metacollect

Ulrike Thalheim

 

Was ist Metacollect?

  • ein Zentralregister für Initiativen und Projekte der Flüchtlingshilfe
    • Willkommens- und Integrationsprojekte werden unterstützt, thematische und inhaltliche Dopplungen werden vermieden
    • Geflüchtete und Flüchtlingshelfer werden unterstützt, Ansprechpartner werden vermittelt

Darum ging es in der Session:

Ein wichtiger Punkt der Session war die (teils chaotische) Vielfalt an Initiativen und die Masse an zur Verfügung stehenden, aber teilweise veralteten Daten. Wie kann eine Aktualisierung zentralisiert bzw. dezentralisiert werden? Erste Schritte in diese Richtung soll neben einem Wiki, die Veröffentlichung der Technologe in Form von Open Data und offenen Schnittstellen sein. Beides wurde mittlerweile aufgebaut.

Um die Vollständigkeit der Daten in Bezug auf Initiativen in ganz Deutschland zu erreichen wurde zudem Netzwerk ausgebaut und die Zusammenarbeit mit anderen Initiativen zum Beispiel Clarat gestärkt.

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Session: Helferkartei Hannover

Karsten Violka

 

Was ist die Helferkartei?

  • eine Online-Datenbank für Hilfsangebote in Form von Zeit- oder Sachspenden
    • ehrenamtlich geführt
    • Initiativen können Bedarfe hinterlegen
    • Helfer können entsprechnd der Bedarfe ihre Hilfe anbieten

Darum ging es in der Session:

Ein wichtiges Thema war die Kommunikation zwischen Haupt- und Ehrenamt in den Initiativen und den helfern, die sich ggfs. nur temporär einbringen können oder wollen. Die Plattform wird diesbezüglich ständig weiterentwickelt.

Nach inzwischen über drei Jahren Erfahrung in der Betreuung und Entwicklung soll und darf das Projekt auch über Hannovers Stadtgrenzen hinaus ausgeweitet werden.

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Session: Refugee Academy

Thorsten Kreissig

 

Was ist die Refugees Academy?

  • ein Bildungsbazaar für Geflüchtete
    • Wissensvermittlung nicht auf deutsch oder englisch, sondern auf farsi und arabisch (auch mittels Übersetzer)
    • keine Einschränkung der zu lernenden/zu lehrenden Fächer
    • jedes Alter zugelassen und willkommen
    • Campus in Berlin Mitte, plus Campus Nord (BARD College)

Darum ging es in der Session:

Im Vordergrund stand der Bedarf an Lehrern und Lehrmittel sowie damit einhergehend an Finanzen und Kooperationen. Diskutiert wurde die Möglichkeit, Crowdfunding zu nutzen, um sowohl Reichweite sowie Bekanntheit zu erzielen und gleichtzeitig Gelder zu akquirieren, die widerum in das Projekt zu investieren und die benannten Ziele zu erreichen. Ein weiterer Schwerpunkt war die weitere Vernetzung der Refugee Academy.

Mehr Informationen unter:

Fotos (c) von Dominik Butzmann und Andi Weiland