Dokumentation der Barcamp-Sessions um 13.00 Uhr

Wie auch beim WelcomeCamp selbst ist der Ursprung der meisten Projekte und Initiativen eine Idee von einer oder mehrer Personen, die sich dann verselbstständigt hat. In diesem Teil geht es um solche Ideen. Die einen bereisen die Flüchtlingsrouten, die anderen entwickeln eine App oder gleich eine eigene Community. Der Schwerpunkt der Session von Christine beleuchtete aber auch eine Schattenseite: was wenn die Idee oder das Engagement nicht greifen und schließlich in einem Burnout enden?

Session: HAFILA

Nele, Leila und Marlene

Was ist HAFILA?

  • Hafila ist arabisch und bedeutet Bus
  • drei Abiturientinnen für drei Monate mit einem Camper auf den Flüchtlingsrouten Europas

Darum ging es in der Session:

Während außerhalb des Barcamps die Vorbereitungen für die Abschlussfeier der drei Abiturientinnen auf Hochtouren liefen, erzählten die jungen Frauen von ihrem Plan, die Flüchtlingsrouten nicht nur zu erfahren sondern über einen Live-Blog erfahrbar zu machen. Neben der Unterstützung durch die Crowdfunding Plattform Startnext, schmiedeten sie Kontakte tauschten Erfahrungen mit anderen Initiativen aus und versprachen sich ausführlich auf die Reise vorzubereiten.

Die Veröffentlichung dieses Beitrages geht einher mit ihrer Ankunft in Griechenland. Ihre Reise dokumentieren sie unter anderem in einem Podcast.

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Session: konfetti4change

Christian Rotzoll

Was ist konfetti4change?

  • eine Community-App, die Menschen aus einer näheren Umgebung zusammenbringt, um ein Netzwerk speziell für Geflüchtete zum Austausch von Information und Hilfe zu schaffen
    • Bezahlung/Belohnung erfolgt – natürlich – in Form von Konfetti

Darum ging es in der Session:

in der Session konfrontierte das Team der Konfetti-App die Teilnehmer mit zwei Herausforderungen. Einmal der Akquise von Koordinatoren/Manager, die eingestellte Ideen und Angebote moderieren können und so Missbrauch z.B. in Form von Schwarzmarkt und Hass moderieren können und zum anderen die App selbst bekannter zu machen.

Die Runde plädierte für den Start mit einer Beta-Version und die Integration bestehender Kommunikationsdienste, um die App selbst ’nur‘ für die Vorschlagsverwaltung zu nutzen. Inzwischen gibt es die App als Version für den Desktop und die Konfettis sind über Facebook und einen Newsletter mit ihrer Community im Gespräch.

 

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Session: Wefugees

Conny Röper

Was ist Wefugees?

  • eine Online Community für Geflüchtete, Helfer und Initiativen
  • hinter dem Projekt stehen zehn ehrenamtliche Helfer und eine Community Plattform mit 6000 Nutzern pro Monat (Stand Juli 2016)

Darum ging es in der Session:

Wefugees wurde ins Leben gerufen, um Geflüchtete im Alltag zu unterstützen und zu begleiten, Einheimische dazu zu ermutigen ihr lokalspezifisches Wissen an Geflüchtete weiterzugeben und Organisationen die Arbeit zu erleichtern. Jeder sollte Zugang zu den Informationen erhalten, die für ein Leben in Deutschland notwendig sind.

In der Session wurde zum einen über analoge und digitale Möglichkeiten gesprochen, um die Zielgruppe zu erreichen. Dabei ging es um die Etablierung eines Newsletters, inzwischen über Mailchimp umgesetzt und die Einführung eines Stammtisches ‚Neue Nachbarschaft‘. Außerdem sollte die Sprachvielfalt in der Community weiter ausgebaut werden.

 

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Session: Burnout vermeiden

Christine Dissmann

Was ist Burnout?

  • ein Zustand physischer oder emotionaler Erschöpfung
    • reduzierte Leistungsufriedenheit infolge einer Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung und den tatsächlichen Ergebnissen
    • Endzustand eines Prozesses von idealistischer Begeisterung über Desillusionierung, Frustration und Apathie

Darum ging es in der Session:

Christine engagiert sich als Helferin im Ogilalachimoi Theater und hat sowohl bei sich selbst als auch bei anderen Ehrenamtlern den Moment der Überforderung erlebt, wenn mit der Energie auch die Zuverlässigkeit abnimmt. Hintergrund sind oft überhöhte Erwartungen der Helfer an ihre Tätigkeiten verbunden mit der Erkenntnis selten nachhaltig bzw. im Großen und Ganzen etwas bewirken zu können.

Ein Auslöser kann die fehlende Empathie gegenüber Geflüchteten sein, deren Wünsche und Ansprüche an den Angeboten von Initiativen und Projekten vorbei gehen. Zusätzlich fehlt das Verständnis, dass auch kleine Gesten in Form von Verständnis, Vertrauen und Zuversicht einen großen Impact haben können und mindestens so wichtig sind wie materielle oder kulturelle Zuwendungen.

Um so wichtiger ist, sich als Helfer aus der Geber- bzw. Wohltäterrolle zu lösen, um auf Augenhöhe kommunizieren zu können, tatsächliche Bedürfnisse zu identifizieren sowie die Erfahrungen und Erlebnisse mit Geflüchteten selbst als Bereicherung anzuerkennen.

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Fotos (c) von Dominik Butzmann und Andi Weiland