Ein zu Hause ist für die meisten Menschen gleichbedeutend mit angekommen sein. Die eigenen vier Wände sind ein Rückzugsort und verschaffen dem jeweiligen Bewohner das Gefühl von Freiraum und eigener Autonomie.

Gerade bei Flüchtlingen, die nach ihrer oftmals gefährlichen Reise und den mindestens 3 Monaten in einer Notunterkunft, ist es ein verständlicher Wunsch, sich eine eigene Wohnung mieten zu wollen.

Leicht haben sie es derzeit bei Vermietern nicht. Auch wenn viele Flüchtlinge die Bescheinigung mitbringen, dass die Ämter ihre Wohnkosten übernehmen, was immerhin für sichere Mieteinnahmen bürgt, können manche sich kaum verständigen, bringen oft nicht alle gewünschten Unterlagen mit und sind heillos überfordert.

Unsere Hinweise und Tipps helfen Euch dabei, gut vorbereitet auf Wohnungssuche zu gehen.

Ab wann bekomme ich als Flüchtling eine Wohnung?

Flüchtlinge haben in Deutschland verschiedene Status. Grundsätzlich sind sie in den ersten drei Monaten ihres hier seins aber verpflichtet, in einer Erstaufnahme-Einrichtung zu wohnen und können in dieser Zeit keine Wohnung anmieten. In diesem Zeitraum wird die Unterbringung und die Verpflegung vom Staat übernommen.

Unter Umständen kann diese Zeit verlängert werden, bis der entsprechende Asylantrag bearbeitet wurde. Bis dahin dürfen Geflüchtete nur in Ausnahmefällen einen Wohnung anmieten, zum Beispiel wenn es bei der Unterbringung in einer Erstaufnahme-Einrichtung Probleme gibt. Dann muss der Mietvertrag jedoch von der zuständigen Stadtverwaltung unterschrieben werden.

Wenn die Asyslberechtigung vorliegt, erhält man auch das Recht auf eine Wohnung und kann mit der Wohnungssuche beginnen.

Was sollte man beachten, bevor man sich auf Wohnungssuche begibt?

Ist der Asylantrag bearbeitet, dürfen Geflüchtete zwar in einer Mietwohnung wohnen, jedoch stellt die Wohnungssuche oftmals eine große Herausforderung dar. Ohne Sprachkenntnisse bspw. ist es schwierig, passende Angebote zu finden. Die Hilfe von Muttersprachlern ist ein erster und wichtiger Schritt.

Heutzutage ist die Suche nach einer geeigneten Wohnung im Internet am erfolgversprechendsten. Die meisten Vermieter nutzen Onlineplattformen, um ihre Räumlichkeiten anzubieten. Am wichtigsten ist meist die Höhe der Miete. Auch wenn Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bezogen wird, übernehmen die Behörden nur einen bestimmten Betrag der Miete.

Augen auf bei speziellen Angeboten für Geflüchtete: nicht jede angebotene Wohnung entspricht den rechtlichen und wirtschaftlichen Vorgaben, da sich manche Vermieter von fehlenden Sprachkenntnissen in Verbindung mit dem dringenden Bedarf wenig Nachfragen und ein gutes Geschäft versprechen.

Welche Unterlagen werden bei der Wohnungssuche benötigt?

Vermieter verlangen bei der Anmietung einer Wohnung meist viele Dokumente. Eine Wohnung ist in der Regel nur dann zu bekommen, wenn die entsprechenden Nachweise vorgelegt werden.

Folgende Unterlagen sollten für die Wohnungssuche vorhanden sein:

  • SCHUFA-Auskunft
  • Mietschuldenfreiheitsbescheinigung (diese werden beim zuständigen Sozialamt ausgestellt)
  • Mietübernahmeschein des Jobcenters oder eine Einkommensbescheinigung (ggf. inklusive Arbeitsvertrag)
  • Kopie der Aufenthaltsgestattung
  • In manchen Fällen fordern Vermieter auch ein polizeiliches Führungszeugnis

Sofern alle Unterlagen zusammen sind und ein passendes Wohnungsangebot gefunden wurde, kann zum Vermieter Kontakt aufgenommen werden.