Stifte und Pinsel liegen bereit – „Pass the Crayon“ beim WelcomeCamp

Kunst ist eine universelle und nonverbale Sprache, sie verbindet und stiftet Gemeinschaft. Besonders für Kinder ist Kunst unglaublich wichtig, da sie durch ihre bildhafte Sprache Eindrücke und Gefühle direkt vermitteln können ohne sich des gesprochenen Wortes bedienen zu müssen. Und Kunst macht Kindern Spaß. Diese Gedanken inspirieren „Pass the Crayon“ zu ihrer Arbeit mit geflüchteten Kindern. Sie besuchen Unterkünfte für Geflüchtete und bieten dort Kunstworkshops für Kinder an.

Wir freuen uns sehr, dass wir in „Pass the Crayon“ unseren Partner für die Kinderbetreuung beim WelcomeCamp gefunden haben: „Pass the Crayon“ wird auch beim Camp Kunstworkshops für Kinder anbieten!

Du kannst also gerne deine Kinder zum Camp mitbringen. Tickets für Kinder bis 18 sind natürlich kostenfrei. Die Tickets findest du hier: welcomecamp.eventbrite.com

Ani, Flora, Sevin & Viola vor dem FMP1, unserer Location für das WelcomeCamp Berlin 2017

Und damit wir noch mehr Einblicke in ihre alltägliche Arbeit erhalten, organisiert „Pass the Crayon“ auch eine Ausstellung beim WelcomeCamp, bei der Bilder der kleinen Künstler ausgestellt werden.

Zusammen mit Flora und Sevin von Pass the Crayon waren wir in unserer Veranstaltungslocation, dem FMP1, und haben den beiden die Räume für Ausstellung und Kinderworkshop vorgestellt. Die Gelegenheit haben wir natürlich gleich dafür genutzt, von Flora mehr über „Pass the Crayon“ zu erfahren.

Wir haben über Kunst, Kinder und Kommunikation gesprochen. Und darüber, wie man „Pass the Crayon“unterstützen kann.

Hallo Flora, bitte stell dich und „Pass the Crayon“ einmal vor. Was genau ist deine Aufgabe bei dem Projekt?

‘Pass the Crayon e.V’ ist eine neue und innovative NGO, die sich bemüht, geflüchtete Kinder und Jugendliche zu unterstützen, indem sie ihnen Kunstkurse anbietet. Jede Woche besuchen wir verschiedene Flüchtlingsunterkünfte im Raum Berlin, um Kinder in verschiedenen Altersklassen in Kunst zu unterrichten. Unsere Mission ist es, den Alltag der Kinder durch Kunst zu inspirieren und zu verzaubern, den Kindern dadurch Raum zur kreativen Entfaltung zu ermöglichen, damit sie ihren inneren Künstler entdecken können. Ebenso wichtig wie der kreative Aspekt unserer Arbeit ist aber auch die therapeutische Seite. Kunst kann den Kindern helfen, die erlebten Traumata zu heilen.

Pass the Crayon ist eine sehr kleine und eng verknüpfte Organisation, in der niemand einen offiziellen Titel trägt. Wir unterstützen uns alle gegenseitig mit einer Vielzahl von Aufgaben. Im Moment bin ich die Hauptorganisatorin unseres Kinderbetreuungsprojektes beim WelcomeCamp (wegen dem wir alle schon sehr aufgeregt sind!) und ich hoffe, auch in der Zukunft mehr Events zu organisieren. Genau wie die Eventbetreuung gehört das Contenttexten zu meinen Aufgaben. Aktuell verfasse ich den PTC Newsletter und bin die Content Managerin für unseren neuen Blog, den wir Ende dieser Woche starten werden.

Wie und warum wurde Pass the Crayon gegründet?

Sevin und Martin gründeten Pass the Crayon 2015, zum Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskriese. Sevin und Martin, beide Kreative, haben ihre 9-to-5 Bürojobs gekündigt, um PTC gründen zu können. Beide suchten eine Möglichkeit, um sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren, konnten aber keine Organisation finden, die zu ihren Vorstellungen und Fähigkeiten passte. So entstand spontan die Idee zu Pass the Crayon, das sie darauf hin von Grund auf starteten. Beide sind Idealisten mit einer Passion für ihre Arbeit und dem Wunsch, ihre Liebe zur Kunst weiter zu geben und dadurch geflüchteten Kindern ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln und ihnen ein kreatives Ventil zu verleihen.

Warum habt ihr euch für Kunst als Kernthema eures Projektes entschieden?

Sevin und Martin haben sich für Kunst als Kernthema ihrer Arbeit entschieden, weil ein kreativer Output für Kinder enorm wichtig ist, insbesondere für diejenigen, die auf die Unsicherheit des Geflüchtet-Seins zurück blicken. Als universelle Sprache eignet sich Kunst besonders für Kinder, in deren Natur der bildnerische Ausdruck einfach liegt. So können sie ihre Gefühle auf eine nicht-verbale, kreative Weise ausdrücken. Auch verstehen wir Kunst als Form der Meditation, die zugleich ein kraftvolles Potential zur Heilung beinhaltet. Auf sozialem Level bieten wir den Kindern eine Gemeinschaft, sie freuen sich die ganze Woche über auf die Kunstkurse und haben normale Kontakte zur äußeren Welt, was eine wichtige Rolle für ihre soziale Integration bedeuten kann.

Euer Team ist ja sehr multikulturell. Wie viele Nationaltäten vereint ihr in eurem Team? In welcher Sprache kommuniziert ihr?

Menschen aus über 10 verschiedenen Ländern arbeiten mit uns zusammen. Unsere Hauptsprache ist Englisch, natürlich sprechen Leute aus dem selben Herkunftsland auch in ihrer Muttersprache miteinander. Im Moment arbeiten viele Franzosen bei „Pass the Crayon“, daher findet auch ein großer Teil der Kommunikation auf Französisch statt.

Und wie sieht es mit der Kommunikation mit den Kindern aus?

Mit den Kinsdern sprechen wir deutsch, was auch für uns ein guten Lernproßess beeinhaltet. Wir alle sprechen Deutsch auf unterschiedlichem Level. Tatsächlich finden wir, dass die Kinder oft sogar besser Deutsch sprechen als wir! Aber auch, wenn ein Kind noch kein Deutsch spricht, können wir non-verbal kommunizieren, durch Zeichnungen oder Gesten. Und die Kinder selbst sind auch sehr hilfsbereit, sie übersetzen in die jeweilige Muttersprache, wenn eines der Kinder uns nicht versteht.

Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Unser größtes Ziel ist es, eigene Räume zu finden und ein Studio zu eröffnen, so dass Kinder von den unterschiedlichen Unterkünften an unseren Kursen teilnehmen können. Das würde die Logistik für uns enorm erleichtern, vor allem aber könnten wir so auch Kindern, die bereits aus den Unterkünften ausgezogen sind, eine Teilnahme an den Kursen ermöglichen. Wir sind nämlich der Meinung, dass es besonders für die Kinder, die aus Unterkünften ausgezogen sind, wichtig ist, sich noch immer als ein Teil der PTC Gruppe zu fühlen. Deshalb möchten wir ihnen auch nach ihrem Auszug noch gerne Kunstkurse anbieten können. Auch wäre es schön, das Projekt zu erweitern und es für alle Kinder, die Unterstützung brauchen, unabhängig von ihrer Herkunft, zu öffnen. Mit unseren eigenen Räumen würden wir dort die meisten Kunstkurse anbieten, aber in den Unterkünften würden wir weiterhin präsent bleiben.

Welche Möglichkeiten gibt es, Pass the Crayon zu unterstützen?

Die beste Unterstützung sind Spenden, gerne auch Sachspenden wie Bastelzubehör oder Spielsachen. Diese können direkt zum WelcomeCamp mitgebracht werden. Auch können wir immer Hilfe brauchen, um mögliche Sponsoren für Kunstmaterialien zu gewinnen, genauso für den Druck von Flyern und Plakaten. Aktuell suchen wir Atelierräume für unsere Kurse. Und wir sind immer auf der Suche nach Partnerschaften wie zum WelcomeCamp, denn die Vernetzung mit anderen Organisationen und Initiativen ist eine große Unterstützung für uns. Auch suchen wir noch immer nach weiteren Künstlern, die uns mit den Kunstkursen unterstützen möchten.
Und natürlich freuen wir uns auch immer über Werbung in den Social Media Kanälen und auch Tipps und Inspirationen nehmen wir gerne an.

Mehr Infos: passthecrayon.com |Facebook

Fotos: passthecrayon.com