Das Team von clarat.org, Foto via clarat.org

clarat.org hilft helfen

Marc vom WelcomeCamp befragt engagierte Menschen über ihre Projekte, ihren Antrieb, ihre Erfolge und Herausforderungen. Bettina Kratzmann berichtet über das Hilfeverzeichnis clarat.org, das es Geflüchteten und Helfern erleichtert, sich einen Überblick über Unterstützerangebote in ihrer Nähe zu verschaffen und schnelle Hilfe zu spezifischen Themen zu finden.
Beim WelcomeCamp wird clarat.org mit einer Session dabei sein.

Bettina von clarat.org im Interview

Hallo Bettina, schön, dass du dir kurz Zeit für ein Interview nimmst. Erzähl kurz etwas über dich. Was machst du und was ist clarat.org?

clarat.org ist Deutschlands Hilfeverzeichnis, das zeigt, welche Hilfen es für Flüchtlinge sowie für Kinder, Jugendliche und Familien gibt. Wir ordnen diese Hilfen und machen sie verständlich. Damit jeder einfach Hilfe findet: Flüchtlinge mit clarat refugees auf clarat.org/refugees und Kinder, Jugendliche und Familien mit clarat family auf clarat.org/family.
Ich bin bei clarat refugees mitverantwortlich für das inhaltliche Produktmanagement. Darunter fällt z.B. die Frage, welche Themen bei clarat.org abgebildet werden und in welchem Format wir diese aufbereiten. Außerdem pflege ich, wie alle im Team, Hilfsangebote von Organisationen in unsere Datenbank ein, damit diese von Hilfesuchenden auf unserer Seite gefunden werden können.

Bettina Kratzmann, Foto clarat.org

Ihr bietet auf eurer Plattform Hilfe für Familien und Geflüchtete an. Wie genau sieht das aus? Was kann man bei euch finden?

In Deutschland gibt es sehr viele Hilfen von verschiedensten Organisationen. Wir haben clarat.org geschaffen, weil es derzeit keinen detaillierten Überblick über das Netz an Hilfen für z.B. Flüchtlinge gibt.
In unserem Fokus stehen konkrete Angebote, die wir nach Themen kategorisieren. Ein Angebot beschreibt genau eine Hilfe für ein Problem. Über eine einfache Navigation, diverse Filtermöglichkeiten und eine Umkreissuche findet man passgenaue Angebote in der Nähe.
Bei clarat refugees gibt es unter anderem Hilfen zu Themen wie Asylrecht, Arbeit, Wohnen, Gesundheit und Familienzusammenführung.

Findet man Angebote in ganz Deutschland auf eurer Plattform? Und welche Hilfsangebote können Geflüchtete bei euch finden?

clarat refugees gibt es mittlerweile schon in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Dortmund, Köln, Stuttgart und München. Das heißt, dass wir die Hilfen, die es in diesen Städten vor Ort für Geflüchtete gibt, in unsere Datenbank aufgenommen haben. Langfristig wird es clarat refugees deutschlandweit geben.
Darüber hinaus findet man auf unserer Seite aber auch viele Angebote, die man von überall aus nutzen kann. Das sind z.B. überregionale Telefonberatungen oder auch Hilfe, die per E-Mail, im Chat oder in einem Forum stattfindet. Auf clarat.org gibt es viele verschiedene Arten von Hilfen: Beratungen, Vermittlungen, Begleitungen, Workshops und Treffs zu allen Themen, die Flüchtlinge in Deutschland beschäftigen.

Du bist im Research-Team von clarat.org tätig und entscheidest, was ein clarat Angebot ist. Wie genau sieht das aus? Was sind die Kriterien, um auf eure Plattform aufgenommen zu werden?

Unser Hauptkriterium ist immer der mögliche Nutzen für den Hilfesuchenden. Mit Hilfe von Studien und Nutzerbefragungen finden wir heraus, ob ein Thema für Geflüchtete relevant ist und entscheiden uns dementsprechend für oder gegen eine Aufnahme bei clarat refugees.
Wird die Hilfe von unseren Nutzern gebraucht? Und ist der Anbieter glaubwürdig? Dann nehmen wir das Angebot auf. Anhaltspunkte für die Seriosität des Anbieters können eine gute Reputation, keine hohen bzw. nachvollziehbare Kosten oder Gemeinnützigkeit sein. Organisationen, die gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstoßen, werden selbstverständlich nicht berücksichtigt. Bei uns schauen sich die Researcher jede Organisation ganz genau an, bevor wir ihre Angebote bei clarat.org aufnehmen.
Ein konkretes Beispiel sind Integrationskurse. Diese wollten wir unbedingt abbilden, da sie ein sehr relevantes Thema für Flüchtlinge sind. Aus Gründen wie Aufwand und Übersichtlichkeit haben wir dann aber entschieden, diese nicht alle einzeln aufzunehmen, sondern stattdessen auf die Liste des BAMF zu verlinken.

Wie finanziert ihr euch? Bekommt ihr staatliche Förderungen oder Spenden?

clarat.org ist ein Projekt der gemeinnützigen Benckiser Stiftung Zukunft und wird zu 100% von ihr finanziert.

Vielen Dank für das Interview Bettina. Wir hoffen, dass wir euch auch auf dem WelcomeCamp sehen werden. Haltet ihr vielleicht eine Session?

Sehr gerne. Wir werden auf jeden Fall beim WelcomeCamp dabei sein. Und auch eine Session mit dem Titel „Inhalte & Formate von Online-Portalen für Geflüchtete“ halten. Darin wollen wir gemeinsam mit anderen folgende Fragen diskutieren: Werden digitale Produkte von Geflüchteten genutzt? Welche Bedarfe gibt es und welche können mit digitalen Produkten erfüllt werden? Welche Formate funktionieren? Und welche nicht? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit digitale Produkte genutzt werden? Wir freuen uns auf den Austausch.

Mehr Infos über clarat.org

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