Foto: Dominik Butzmann

Wer denkt eigentlich an die Minderjährigen und Kleinstkinder?

Nach Aussage der Bundeszentrale für politische Bildung gingen von allen Asylanträgen im Jahr 2017 allein 39% von 0 – 15 jährigen Minderjährigen aus. Das bedeutet, dass einem Großteil der Newcomer eine ganz besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden sollte, nämlich den Kindern und noch jungen Heranwachsenden. Eines von vielen Themen auf dem WelcomeCamp 2018 und Kernelement unseres diesjährigen Mottos: Looking Forward!

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Umgang mit geflüchteten Kindern

Wir können Newcomer im Regelsystem der psychosozialen Versorgung angesprochen werden?

Die Bildungsstätte für MigrantInnen und Flüchtlinge „Jack Berlin“ nahm sich zusammen mit dem Team von „Taten statt Warten“ der Frage an, wie mit geflüchteten Kindern umgegangen werden kann, mit welcher Sensibilität und welchen Skills Ehrenamtliche, Freiwillige und/oder Initiativen ihnen begegnen und helfen können.

Der Erfahrungsaustausch im Umgang mit geflüchteten und traumatisierten Kindern stand hier im Vordergrund.

  • Wie gehe ich als ehrenamtlicher und ohne professionellen Hintergrund mit traumatisierten Kindern um?
  • Wie kommuniziert man mit diesen Kindern und welche Formen der Informationsvermittlung können eingesetzt werden?

Von Kommunikationshürden, entstandenen Traumata oder entstehender Exklusion waren die identifizierten und erörterten Probleme in der Session geprägt. Der offene Austausch der Teilnehmer legte ebenfalls dar, dass bisherige Hilfsprogramme vor allem im frühkindlichen Bereich strukturell eher mangelhaft seien bzw. gar nicht existierten und darüber hinaus das elterliche Problembewusstsein und der Dialog mit traumatisierten Newcomer-Kindern zu wenig im Vordergrund stünden.

Diskutiert wurden Möglichkeiten der Prävention sekundärer Traumatisierung und Herangehensweisen für die Sensibilisierung der Eltern für die Betroffenheit ihrer Kinder.

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Probleme identifizieren und gemeinsam Lösungen finden

Hilfreich für einige Lösungsansätze waren dabei sicherlich der offene, konstruktive und auch konkrete Austausch aller Teilnehmer. Fernab von aktiver Vernetzung der Partizipanten konnten sind innovative Beratungsansätze entstanden oder auch Patenkonzepte besprochen. Von der Peer-Beratung, als einer Beratung von Menschen mit Fluchterfahrungen für Menschen mit Fluchterfahrung über Willkommenskitas bis hin zu Partnerkitas oder Leihomas konnten die Teilnehmer lösungsorientierte Grundlage für weitere gemeinsame Aktivitäten und Hilfskonzepte entwickeln.

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Wer ist Jack Berlin?

Wer das Thema gern vertiefen möchte dem sei der Austausch mit „Jack Berlin“ ans Herz gelegt. Jack Berlin ist „… eine Bildungsstätte für geflüchtete und besonders schutzbedürftige Frauen in Berlin. Wir bieten interessierten Frauen, denen sonst der Zugang zu Bildung verwehrt ist, ein vielfältiges Bildungsprogramm. Mit kostenlosen Alphabetisierungs-, Deutsch- und Computerkursen, Kunst- und Kultur- sowie persönlichkeitsstärkenden Angeboten qualifizieren wir sie und fördern ihre autonome Handlungsfähigkeit in unserer Gesellschaft. Die Teilnehmerinnen gestalten das Leben in der Bildungsstätte, indem sie eigene Angebote, Ideen und Projekte entwickeln. Eine entspannte Atmosphäre, in der auf die einzelnen Bedürfnisse eingegangen wird, ist für uns selbstverständlich. In unserer Arbeit stehen ein akzeptierender Ansatz, Dialog sowie Ruhe und Inspiration für eigene Ideen im Vordergrund.“