Impressionen aus dem Design Thinking Workshop mit Melissa von Baut Eure Zukunft, Foto: Henry Schröder

Man muss sich was einfallen lassen

Initiativen und Projekte jeder Größe stehen vor der Herausforderung ihre Angebote für Teilnehmende und Unterstützende sichtbar zu machen. So sind die sozialen Netzwerke sicher eine große Chance, doch auch verbunden mit einem enormen Wettbewerb auch gegenüber Kunstschaffenden und großen Markennamen. Doch auch abseits davon ist Kreativität gefragt. Es geht um die Ausarbeitung und Darstellung von Projektideen mit wenig Mitteln und einen optimistischen Umgang auch mit schweren und schwierigen Themen. Das WelcomeCamp 2019 hat wieder einmal gezeigt, wie fruchtbar der Austausch mit mit Gleichgesinnten und der Blick von Außen sein kann.

Melissa Wörner von Baut Eure Zukunft
Foto: Nauar Ali

Prototyping für eine Welt, wie sie euch gefällt

Normalerweise bietet Melissa von Baut Eure Zukunft vor allem Schüler*innen zur Umsetzung von ideen an. Beim WelcomeCamp hatte sie das Interesse verschiedener Initiativen geweckt. Prototyping ist ein kreatives Brainstroming, bei dem für eine Idee/Herausforderung nach ausgiebigen Tests (inkl. Feedbackschleifen) eine greifbare Lösung entsteht.  Die Frage in diesem Workshop lautete: Wie bringen wir Menschen dazu, sich im Alltag wieder zu öffnen und aufeinander zuzugehen?

Das Fazit: In nur 45 Minuten entstand eine Papiertüte, der mit einer Aufforderung dabei hilft Anknüpfungspunkte mit anderen Menschen im Alltag zu finden: „Lass uns ein Gespräch eintüten!“ (siehe Artikelbild). Ist das schon das erste Give Away vom WelcomeCamp 2020?

Sebastian heinze von Grenzenlose Wärme
Foto: Nauar Ali

Interaktive Ausstellung zum Thema Flucht

In seiner Arbeit mit der Initiative Grenzenlose Wärme ist Sebastian regelmäßig mit dem Thema Flucht konfrontiert. Immerhin findet die Arbeit seiner Initiative auch und gerade an in den Unterkünften an der europäischen Außengrenze statt. In der Session auf dem WelcomeCamp wurden gemeinsam Ideen für spielerische Ausstellung gesammelt, welche auch bei Schüler*innen und Erwachsenen in Deutschland Sensibilität und Awareness für das Thema schaffen soll. Grundidee ist, dass die Teilnehmenden im Rahmen des Spiels verschiedene Stationen einer Flucht durchlaufen.

Das Fazit: In dem Brainstorming war sich die Runde einig, dass die Idee der Flucht als Spiel mit sehr viel Sensibilität umgesetzt werden muss. Dazu ist es auch wichtig, bei der Planung mit Geflüchteten aber auch Schüler*innen zu sprechen. Eine weitere Anmerkung der Runde war, das Leben der Menschen vor ihrer Flucht als Ausgangspunkt zu nehmen, um die Menschen nicht auf ihre Fluchterfahrung zu reduzieren. Außerdem sollen Betroffene und Helfende selbst zu Wort kommen, die (in Bild/Ton) über ihre Erfahrungen und Begegnungen berichten. Wir sind gespannt, ob die Idee Wirklichkeit wird!

Peter Ruhenstroth-Bauer von der UNO Flüchtlingshilfe, Foto: Nauar Ali

2 Mrd. Kilometer Richtung Schutz

Der Geschäftsführer der UNO Flüchtlingshilfe nutzte das WelcomeCamp, um mit den Anwesenden über Sensibilsierung zum Thema Flucht sowie Möglichkeiten der Spendenakquise zu diskutieren, da auch hier trotz der Nähe zu den Regierungen keine festen Mittel/Förderungen bestehen. Ziel der Unterstützerorganisation des UNHCR ist es, mit der Kampagne 2 Mrd. Kilometer Richtung Schutz von möglichst vielen Menschen in Deutschland 1EUR zu generieren. Die Niedrigschwelligkeit der Idee stieß insgesamt auf großes Interesse und weiterführende Ideen.

Trotz möglicher und tatsächlich stattfindender Anfeindungen (Hate Speech) soll ein Fokus auf die Social Media Arbeit im deutschsprachigen gelegt werden, jedoch ohne die Bedürfnisse der Geflüchteten aus den Augen zu verlieren. Storytelling war ihr das Stichwort, um über bildstarke Veröffentlichungen Emotionen, Empathie und schließlich Spendenbereitschaft herzustellen. Zusätzlich soll mit prominenten Multiplikator*innen zusammengearbeitet werden.

Das Fazit: Moderne Techniken des Fundraising schaffen neue Möglichkeiten, die es gilt intensiv zu nutzen. Der Handlungsspielraum politischer Einflussnahme ist durch den UNHCR wegen seiner finanziellen Abhängigkeit sehr beschränkt. Diesen Raum sollten aber andere Organisationen in dem Feld unbedingt nutzen.

Wir freuen uns, dass die UNO Flüchtlingshilfe bereits zum dritten Mal die Plattform des WelcomeCamps genutzt und bereichert hat. So sind bereits in den vergangenen Jahren spannende und erfolgreiche Kooperationen entstanden. Peter Ruhenstroth-Bauer ist überzeugt, dass auch dieses Camp die Grundlage für neue Projekte gelegt hat. Er wird spätestens beim nächsten WelcomeCamp darüber berichten!

Wir bedanken uns beim Team Session Dokumentation für ihre Arbeit!

Patricia Jankowski

Session Dokumentation, GoVolunteer/HiMate

Franziska Krug

Session Dokumentation, Gesicht Zeigen! für ein weltoffenes Deutschland

Florian Lutz

Session Dokumentation, Gesicht Zeigen! für ein weltoffenes Deutschland

Nauar Ali

Foto- und Session Dokumentation, Media Residents