Foto: Dustin Ueckert

Trotz COVID19: Die Themen auf dem WelcomeCamp sind zu wichtig, um das Barcamp abzusagen oder zu verschieben.

Seit wir Anfang Februar in die Planungen für das diesjährige, das fünfte WelcomeCamp am 6. Juni 2020 eingestiegen sind, hat sich viel verändert. Das Coronavirus hat die Welt, Europa und Deutschland fest im Griff. Es geht um Existenzen an der kontinentalen Grenze und in den Notunterkünften für Geflüchtete hier vor Ort, in Krankenhäusern und Pflegeheimen, für Obdachlose, Künstler*innen und Freischaffende, in der Gastronomie, im Einzelhandel und in der Veranstaltungsszene; und nicht zuletzt im Ehrenamt, in Projekten, in Vereinen und in Initiativen, wo sich Menschen jeden Tag persönlich, aufopferungsvoll und überall auf der Welt für andere einsetzen. Geändert hat sich aber auch die Solidarität aus der Gesellschaft in Aktionen und Petitionen für den Erhalt wichtiger Institutionen. Die notwendige physische Distanz wird bei aller Normalisierung in den kommenden Wochen ein wichtiger Bestandteil dafür sein, Menschenleben zu retten.

Das WelcomeCamp ist so wichtig wie nie!

In den letzten Jahren hat sich das WelcomeCamp selbst zu einer Institution für Engagierte und Geflüchtete, für Organisationen und Unternehmen, für Medien und Politik entwickelt. Hier sind Netzwerke entstanden, hier war der kreative, produktive und nachhaltige Austausch zwischen den Teilnehmenden eine ebenso treibende sowie inspirierende Kraft, wie unser kulinarisches und (multi-)kulturelles Rahmenprogramm. Die Begegnungen in Berlin wirkten oft tief in die tägliche Arbeit vieler engagierter Menschen hinein.

Und genau das soll in Gegenwart von sowie in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu den Geschehnissen in Halle, Hanau, Erfurt, Suhl, auf Moria ausfallen? Schon seit die Auswirkungen spätestens im März auch in Deutschland sichtbar und spürbar geworden sind, war für uns klar, dass die Antwort auf diese Frage nur ein klares Nein sein kann. Früh haben wir uns darauf eingestellt, Europas größtes und wichtigstes Barcamp für Willkommenskultur und Integration mindestens digital stattfinden zu lassen und am Datum, den 6. Juni 2020, festzuhalten.

So wenig wie es Erfahrungen oder eine Blaupause für die Corona-Krise gibt, so wenig Erfahrungen und Beispiele existieren für digital durchgeführte Barcamps: wie organisieren wir das Besuchsmanagement, wie kann die Vorstellungsrunde samt Sessionpitch laufen, welche gemeinschaftlichen und öffentlichen, welche privaten und intimen Räume können wir bereit stellen, was bedeutet eine digitale Version für das „Gesetz der Füße“, also der spontanen Sessionwanderung je nach Interessenlage, und wie gehen wir in diesem Zusammenhang mit Datenschutz und Privatsphäre um?

WelcomeCamp 2020: digital auf Zoom, öffentlich auf Twitch

Unser Themen-Barcamp startete 2016 mit dem Engagement und der Expertise von Marketing-, Event sowie Medienmenschen. Die digitale Begleitung vom Ticketing über die Live-Berichterstattung bis hin zur Session-Dokumentation war also von Anfang an Teil unseres Konzeptes. Aktuell beschäftigen wir uns noch mehr als sonst mit Tools für kollaboratives Arbeiten, Videokonferenzen und Livestreams. Dabei ist die Variante Zoom in Verbindung mit Twitch (twitch.tv/welcomecamp) unser derzeitiger Favorit. Das heißt, wir können lenken, welche Bereiche den Teilnehmenden vorbehalten sind und welche Inhalte wir in Absprache mit den WelcomeCampern direkt veröffentlichen; dann natürlich inklusive der Verlinkung von Twitch-Kanälen und Mitsprache-/Mitfrage-Möglichkeiten für die Community über den Chat. Insgesamt gehen wir von zehn Zoom-Räumen und ca. fünf Twitch-Kanälen aus und werden auch die Dienste Slack, Telegram und Twitter in die Kommunikation mit Sessionnehmenden sowie Sessiongebenden einbeziehen.

kostenlose Tickets für das digitale WelcomeCamp am 6. Juni 2020

Und hier sind wir wieder beim Ticketing. Zwar können wir aufgrund unserer Zugehörigkeit zu Media Residents, einem Projekt von Gesicht Zeigen! e.V. inkl. Förderung durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, eine kostenlose Teilnahme ermöglichen – auch weil es keine Aufwendungen für ein Catering geben wird –, trotzdem brauchen wir Planungs- sowie Kontrollmöglichkeiten speziell für die erwähnten geschützten Räume. Dafür richten wir einen WelcomeDesk in Form eines Zoomraums ein, über den Informationen und Hilfestellung für die Teilnehmenden sowie die weiterführenden Zugänge vergeben werden. Den dazu gehörigen Link erhalten alle, die sich ein kostenloses Ticket über Eventbrite bestellen. Um unseren langjährigen Caterer, den Aleppo Supper Club, zu unterstützen, kann man an dieser Stelle eine Spende abgeben, die vollständig an das Unternehmen fließt, um Samer Hafez und sein Team in dieser schwierigen Zeit ohne die gewohnten Aufträge zu unterstützen.

Kommt am 6. Juni 2020 online, bringt euch ein und unterstützt andere bei ihrer wichtigen haupt- und ehrenamtlichen Arbeit. Auf unseren Social Media Kanälen halten wir euch über die nächsten Schritte auf dem Laufenden.

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