Foto: Anke Sundermeier

Drei Fragen an: Daniela Sprung von Blogger ABC

Wenn jemand zu mir sagt, das geht nicht, dann kommt bei mir automatisch ein “Das werden wir noch sehen.”

Daniela Sprung ist Bloggerin soiwe Content-Marketing- und Social-Media-Managerin.  Ihre Expertise ist vor allem dann gefragt, wenn Freiberufler*innen, Selbstständige und Unternehmen Unterstützung bei der Konzeption und Optimierung ihrer Blogs sowie der Themen- und Redaktionsplanung benötigen. Mit der Blog4Business, der Blog4Business Digital und dem Corporate Blog Barcamp hat sie inzwischen drei eigene Eventformate, die sich mit den Themen Blogs, Corporate Blogs und Social Media beschäftigen.

Als sie uns bei einem virtuellen Planungstreffen zum WelcomeCamp 2020 besucht hat, um ihre eigene Erfahrung bei der digitalen Umsetzung eines eigentlich analogen Event-Formats zu teilen, nutzten wir die Chance für ein kurzes Interview. Viel Spaß!

Digitales WelcomeCamp am 6. Juni 2020

Auch deine Konferenz Blog4Business Anfang April war sehr kurzfristig von der Ausgangs- und Kontaktbeschränkung betroffen. Absagen oder verschieben war offensichtlich keine Option für dich. Wer oder was hat dir Mut gemacht, das ganze einfach digital durchzuziehen?

Tatsächlich die Mischung aus dem Support meiner tollen Kollegen und Kolleginnen und meinem Trotz. Wenn jemand zu mir sagt, das geht nicht, dann kommt bei mir automatisch ein: “Das werden wir noch sehen.” Das hat bei mir auch mal dazu geführt, dass ich ohne zu zögern von einem 15 Meter hohen Felsen ins Meer gesprungen bin. Eigentlich nur, weil jemand meinte, dass ich mich das nicht trauen würde. (lacht)

Als klar war, dass keine analogen Events stattfinden können, war mein erster Gedanke: Warum nicht digital? Auch wenn ich nicht wusste, wie das konkret aussehen kann.

Also fing ich an zu recherchieren, habe mit Kollegen und Kolleginnen gesprochen, die bereits erste Erfahrungen mit Online-Learning via Zoom & Co. hatten und habe dann über Twitter mitbekommen, dass andere Konferenzen wie die zum Beispiel die Allfacebook auch digital durchgeführt werden sollte. Ab da war klar: Das kann ich auch!

Zwei Personen haben mich dabei besonders unterstützt: Mein Kollege Kai Heddergott und die  Zoom-Expertin Sandra Mareike Lang. Ich hatte das Konzept und die beiden haben mit mir überlegt, wie ich das ganze technisch umsetzen kann. Ab da war alles eigentlich nur noch Fleißarbeit. Auf meinem Blog habe mein ganzes Vorgehen detailliert beschrieben und vielleicht hilft der Artikel Veranstaltungen online umsetzen: Blog4Business Digital euren Leser*innen weiter falls sie auch planen ihre Veranstaltung ins Netz zu verlegen.

Welche Empfehlungen hast du für uns in Bezug auf die Umsetzung des ersten digitalen WelcomeCamps am 6. Juni 2020? 

Bleibt mutig und enthusiastisch. Lasst euch bei allen aufkommenden Widrigkeiten nicht aus der Ruhe bringen und geht diesen Weg nicht allein. Denn besonders wichtig ist es, die bereits angemeldeten Gäste sowie interessierten Teilnehmer über den Stand der Dinge zu informieren. Nichts ist schlimmer als Schweigen und keiner weiß was los ist.

Erst das Konzept, dann die Technik

Sobald ihr euch überlegt habt, wie euer Event aussehen soll, ihr also ein Konzept habt, dann kommt die Technik: Welches Tool bildet ab, was ihr braucht – und welches Tool besteht den Live-Test? Bei mir war es Zoom und ich glaube, damit kann man alles umsetzen, was man für ein digitales Barcamp braucht.

Das vorab zu testen, ist jedoch das A&O! Denn für den Tag X sollten Überraschungen im Ablauf reduziert werden, gerade weil sie – insbesondere bei einer Premiere – gar nicht ausgeschlossen werden können. Für meine Veranstaltung habe ich an zwei verschiedenen Terminen mit zwei verschiedenen Gruppen, die Abläufe ausprobiert und geprobt. Unter anderem mit den Speakern, die am Tag der Veranstaltung ihre Vorträge hielten.

Wenn ihr das alles stehen habt, versendet eine Mail an eure Teilnehmer*innen, in der ihr genau erklärt, wie der Tag und die einzelnen Programmpunkte ablaufen werden: Wie sie an dem Event teilnehmen können, wo sie Informationen zum Sessionboard etc. finden und welchen persönlichen Support es geben wird. Diese Mail sollte so einfach wie möglich geschrieben sein. Versetzt euch in einen Gast, der keine Ahnung von Technik hat und gerade das Netz entdeckt habt. Damit stellt ihr sicher, dass ihr keine wichtige Information vergesst. Und dann kann es für alle beteiligten Mutbürger*innen eigentlich schon losgehen! Ich wünsche euch von Herzen viel Erfolg beim ersten digitalen WelcomeCamp.

Übrigens, auch Daniela kommt am 6. Juni 2020 ebenfalls vorbei und bringt ein paar Blogtipps mit für alle die Lust darauf haben. 

Digitales WelcomeCamp am 6. Juni 2020