Hallo, Mutbürger*innen,

das war das Motto vom diesjährigen WelcomeCamp, das dieses Jahr nicht nur seinen fünften Geburtstag feierte, sondern auch eine digitale Premiere: Das WelcomeCamp fand dieses Jahr nämlich zum ersten Mal komplett online statt. Das Camp ausfallen lassen wegen Corona? Nicht mit uns! Dazu ist uns das Event und die Thematik einfach zu wichtig. Geübt in wöchentlich mehrfach stattfindenden Videokonferenzen dachten wir uns: Wenn das mit 20 Leuten funktioniert, dann doch sicher auch mit über 100.

Alles was wir dafür brauchten waren acht Laptops, fünf Standrechner, ganz viel Internet und ein tolles Team. In wie vielen Punkten sich so ein digitales von einem analogen WelcomeCamp unterscheidet, müssen wir euch sicher nicht erzählen. Doch auch in diesem Jahr wollten wir von den Teilnehmenden wissen, wie gut es allen trotz der Umstände gefallen hat. Und so haben wir uns an die Auswertung gemacht. Rund 100 Menschen waren beim WelcomeCamp dabei und haben sich an unserer Feedback-Umfrage beteiligt. Vorweg sei noch zu sagen, dass wir normalerweise versuchen, das aktuelle Camp mit dem Vorherigen zu vergleichen. Aufgrund der gravierenden Unterschiede der Veranstaltungen tun wir das an dieser Stelle jedoch nur vereinzelt. Aber sehen wir uns das WelcomeCamp 2020 jetzt genauer an. Let’s gooo!

Wie haben die Teilnehmenden vom Camp erfahren?

Unsere gute Vernetzung hat sich hier ausgezahlt. So macht es den Anschein, dass einem Viertel der Teilnehmenden das Camp von anderen Menschen empfohlen wurde. Ein großer Teil kommt direkt aus unserem Netzwerk von Gesicht Zeigen!, Media Residents und Co. Aus der Sicht der Social Media-Arbeit ist noch eine ganze Menge Luft nach oben. Dennoch freuen wir uns, dass ein Fünftel bereits ein vorheriges WelcomeCamp besucht hat, denn Wiedersehen macht Freu(n)de!

Welche Erwartungen hatten die Teilnehmenden an das Camp und wie gut wurden diese erfüllt?

Bei der Planung des Camps kamen eine Menge Fragestellungen auf uns zu. Wie durchorganisiert sollte das Camp ablaufen um den (und unseren) Ansprüchen gerecht zu werden. Wir hatten uns für einen Weg entschieden, der lediglich bei den Sessions für die Teilnehmenden Abzweigungen ermöglichte, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Es galt, die Vorstellungsrunde zu realisieren, genügend Zeit für die einzelnen Sessionpitches einzuplanen, die Links zu den einzelnen Zoom-Räume der Sessions zu verteilen, die Menschen wieder in unseren Hauptraum zu holen und unser kulturelles Rahmenprogramm sinnvoll einfließen zu lassen.

Maximal Fünf Punkte konnten wir hier erreichen. Folgende drei Haupterwartungen hatten die Teilnehmenden:

  • Information / Wissensaustausch – 4 / 5
  • Vernetzung  – 4 / 5
  • Möglichkeit, sich selbst einzubringen – 4,5 / 5

Der Wissenstransfer nimmt stets einen großen Teil auf dem WelcomeCamp ein. Auch wenn es hier und da kleinere Problemchen mit der Technik gab, freut es uns sehr, dass die Vernetzung offensichtlich trotzdem recht gut funktioniert hat. Trotz der Herausforderung der räumlichen Distanz sind wir positiv überrascht, dass die Menschen sich wohl gut einbringen konnten. Bei 100 Teilnehmenden, im Internet von Zuhause aus, hätten wir damit gar nicht gerechnet. Ja nice!

Wie geeignet war das WelcomeCamp für…

Initiativen

  • Sehr geeignet 55,2% 55,2%
  • Gut geeignet 41,4% 41,4%
  • Weiß nicht 3,4% 3,4%

Ehrenamtliche

  • Sehr geeignet 41,2% 41,2%
  • Gut geeignet 51,7% 51,7%
  • Weiß nicht 6,9% 6,9%

Geflüchtete / Newcomer

  • Sehr geeignet 27,6% 27,6%
  • Gut geeignet 41,4% 41,4%
  • Weiß nicht 20,7% 20,7%
  • Kaum geeignet 10,3% 10,3%

Politik / Wirtschaft

  • Sehr geeignet 20,7% 20,7%
  • Gut geeignet 51,7% 51,7%
  • Weiß nicht 17,2% 17,2%
  • Kaum oder nicht geeignet 10,3% 10,3%

Wir glauben im Großen und Ganzen können wir mit den Zahlen relativ zufrieden sein. Der Spagat zwischen den einzelnen Vertreter*innen ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Besonders müssen wir schauen, dass wir Geflüchtete und Newcomer besser abholen und einbinden können. Neben der Einschätzung der Teilnehmenden zeigt sich das auch an den Zahlen, wo sich die einzelnen Menschen verortet haben. Auch wenn wir uns natürlich über jeden Menschen an diesem Tag gefreut haben, wollen wir weiter daran arbeiten, dass die Scheren zwischen den Interessensvertretungen kleiner werden.

Wie wurde das WelcomeCamp beurteilt im Bereich….

Kommunikation

  • Sehr gut 48,3% 48,3%
  • Gut 48,3% 48,3%
  • Weniger gut 3,4% 3,4%

Ticketing

  • Sehr gut 55,2% 55,2%
  • Gut 24,1% 24,1%
  • Weiß nicht 17,2% 17,2%
  • Schlecht 17,2% 17,2%

Einlasssituation

  • Sehr gut 72,4% 72,4%
  • Gut 17,2% 17,2%
  • Weiß nicht 10,3% 10,3%

Gesamtablauf

  • Sehr gut 62,1% 62,1%
  • Gut 34,5% 34,5%
  • Weiß nicht 3,4% 3,4%

Rahmenprogramm

  • Sehr gut 62,1% 62,1%
  • Gut 20,7% 20,7%
  • Weiß nicht 13,8% 13,8%
  • Weniger gut 3,4% 3,4%

Wow! Das sind für uns, die so ein Online-Eventexperiment in dieser Größe zum ersten Mal umgesetzt haben, wirklich tolle Zahlen. Besonders überrascht sind wir davon, dass die Einlasssituation doch so gut angenommen wurde. Diese hatte uns nämlich eine Menge Kopfzerbrechen bereitet. Da haben unsere Kolleg*innen richtig gute Arbeit geleistet. Und auch der Gesamtablauf kann uns mehr als zufriedenstellen und auch das Rahmenprogramm wusste zu überzeugen. Apropos Rahmenprogramm. Wer es verpasst hat, wir hatten den Strichmenschenkünstler Krieg und Freitag mit einer tollen Lesung auf unserem Camp. Den Part könnt ihr hier nachschauen.

Auch wenn uns die einzelnen Bewertungen natürlich sehr freuen und auch ein bisschen stolz machen, war natürlich nicht alles eitel Sonnenschein, und so hatten wir auch gefragt:

Was hätte besser funktionieren können und was hat eventuell gefehlt?

Neben vereinzelten kleineren Tonproblemen gab es zwei wiederkehrende Kritikpunkte. So waren für Viele die besuchten Sessions schlichtweg zu kurz. Das ist natürlich unter anderem dem digitalen Format geschuldet, aber hier hätten wir ruhig etwas großzügiger planen und die einzelnen Sessionpitches etwas entzerren können. Desweiteren hätte es eine zentrale Anlaufstelle für die einzelnen Links (es gab ja insgesamt 11 Sessionräume) geben sollen. Das hätten wir, die zu nah im Eventablauf eingebunden waren, besser berücksichtigen sollen.

Gefehlt hat es Vereinzelten an Themen, die insbesondere Geflüchtete betrafen. Ein Punkt, der auch schon in der Fragestellung zuvor ersichtlich wurde und den wir auch auf dem Schirm haben.

Selbstbeweihräucherung

Es gab in unserer Umfrage noch weitere Punkte, die wir gern hier zusammenfassen wollen. So haben wir Menschen hinzugewonnen, die bereit wären, uns beim nächsten WelcomeCamp (in welcher Form auch immer) zu unterstützen. Das ist großartiges Feedback! An dieser Stelle wollen wir die Teilnehmenden selbst zu Wort kommen lassen.

Qualität des Orgateams: spitze!

Ich fand es super gut. Ihr wart als Team […] immer erkennbar. Man wurde sehr nett und warmherzig in den Räumen empfangen.

Tolles Engagement! Tolle Zusammenführung! Ich wünsche viel Erfolg.

Super Leistung von euch! Hut ab!

Jetzt ist aber Schluss!

Das war eine Menge Text, aber wir konnten daraus eine Menge für das nächste WelcomeCamp mitnehmen. Das Camp digital zu veranstalten war eindeutig die richtige Entscheidung und hat uns eine Menge Spaß bereitet.

Wer nicht beim WelcomeCamp 2020 dabei sein konnte, kann sich ein paar Stunden gemütlich zurücklehnen und die gesamte Show hier genießen. und hier könnt ihr alle Sessions nachlesen.

Danke an alle, die dieses Camp ermöglicht haben! Ihr wart großartig!

Bis 2021.

Tschüss, Mutbürger*innen.